Maga. Beate Handler    Psychotherapie   |   Die Autorin

Was ist Tinnitus?

Tinnitus ist der medizinischer Fachausdruck für alle Arten von Geräuschen im Ohr oder Kopf die man unter Ohrgeräusche, Ohrenklingeln oder Ohrensausen kennt, unabhängig von deren Ursache. Es sind gehörte Wahrnehmungen (Hörereignisse), denen keine tatsächliche akustische Schallquelle aus der Umwelt entspricht und die keinen Informationswert für den Betroffenen besitzen. Es leitet sich ab von tinnire, was klingen oder klirren bedeutet.

Zu allererst muss eine mögliche organische Ursache von einem Ohrgeräusch HNO-Ärztlich abgeklärt werden. Diese Abklärung kann, je nach HNO-Befund, erweitert werden durch eine internistische, neurologische, orthopädische, physikalische Abklärung. Parallel dazu kann auch bereits mit einer psychologischen/psychotherapeutischen Intervention begonnen werden.

Wieso kann Tinnitus eine psychische Belastung sein?

Tinnitus-Betroffene leiden unter Hörwahrnehmungen einer außergewöhnlichen Art. So hören sie z.B. ein Klingeln, Rauschen, Brummen, Pfeifen, Sausen, Summen und ähnliche Geräusche. Im medizinischen Sinne bezeichnet Tinnitus eine Hörwahrnehmung ohne vorhandene Schallquelle in der Umgebung. Daher wird der Tinnitus auch als „Phantomgeräusch" beschrieben.

Tinnitus, wie auch der Hörsturz wird der Gruppe Psychosomatischer Störungen zugeordnet. Tinnitus ist ein körperliches Symptom, dessen Ursachen und aufrechterhaltende Faktoren sehr häufig im psychischen Bereich angesiedelt sind.

Völlig unabhängig von der Ursache, kann das Ohrgeräusch selbst jedoch auch eine starke seelische Belastung darstellen: Tinnitus ist Stress!

Grundlage psychologischer Interventionen bei Tinnitus ist, die Aufmerksamkeit weg vom Ohrgeräusch, hin zu Geräuschen und Klängen in der Umgebung zu lenken. Dazu dient u.a. die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie.Ziel ist es die Tinnitus-Wahrnehmung aus dem Bewußtsein herauszunehmen und so die Habituation - d.h. die allmählich eintretende Gewöhnung an das Ohrgeräusch - zu fördern. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Ohrgeräusch nicht mehr besteht, sondern dass es umbewertet/umorganisiert wird. Man hört es nach einiger Zeit nicht mehr. Das ist ein Prozess der im Gehirn und in der Psyche stattfindet und Zeit benötigt. Als Beispiel: Bei einer neuen Wanduhr die laut tickt, nimmt man nach einiger Zeit das Ticken nicht mehr wahr, trotzdem die Uhr in derselben Lautstärke weiter tickt.

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